Bis jetzt sind junge Caravan-Freunde mit einem Führerschein der Klasse B gegenüber den älteren Fahrern, welche noch einen Führerschein der Klasse 3 haben, deutlich benachteiligt: Der Führerschein der Klasse B erlaubt nämlich nur das Fahren von Fahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3.500 Kilogramm, während der Führerschein der Klasse 3, der bis zum Jahr 1998 ausgegeben wurde, das Führen aller denkbaren Caravan-Gespanne erlaubt. Junge Caravaning-Fans, welche mit dem Wohnwagen losziehen wollten, mussten bis jetzt noch einen Führerschein der Klasse BE ablegen, welcher rund 900 Euro, Fahrstunden und eine Fahrprüfung erfordert.
Im nächsten Jahr wird sich das ändern: Mit der “Fahrerlaubnis der Klasse B mit der Schlüsselzahl 96″, kurz B96-Führerschein, wird der Start in den Campingurlaub nun deutlich einfacher und günstiger. Nach sieben Stunden Schulung in einer Fahrschule oder einem Fahrsicherheitszentrum erhält man für rund 300 Euro den B96-Führerschein. Eine Prüfung ist für die B96-Lizenz nicht erforderlich. Mit dem B96-Führerschein können PKW-Anhänger-Kombinationen bis maximal 4,25 Tonnen Gesamtgewicht gefahren werden. Damit könnten rund 90 Prozent aller zurzeit am Markt befindlichen Wohnwagen bewegt werden, schätzt Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des Caravan Industrieverbandes CIVD.
Während der Schulung werden in 2,5 Stunden Verkehrsvorschriften für Anhänger, die Fahrzeugdynamik, die richtige Beladung und die Austarierung der Stützlast gelehrt. Es folgen rund 3,5 Praxisstunden, in denen die Anwärter unter anderem den Spurwechsel, das Bremsen und Einparken üben, bevor es für eine Stunde in den Straßenverkehr geht. Ist die Schulung abgeschlossen wird eine Bescheinigung ausgestellt, welche dann bei der Führerscheinstelle vorgelegt werden kann, damit der Führerschein den Zusatz 96 bekommt. Vielleicht werden mit dem neuen B96-Führerschein noch mehr junge Leute das Caravaning für sich entdecken.
Quelle: motorzeitung.de
Bild: Knaus



