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Wild Campen in Europa: Regeln für Naturliebhaber

Wild Campen in Europa: Regeln für Naturliebhaber

11.05.2010 -

Der Camping- Urlaub erlebt eine Renaissance. Gleichzeitig sind schöne Landschaften laut ADAC Reisemonitor 2010 für 89% der Deutschen das wichtigste Entscheidungskriterium für die Wahl des Urlaubsortes.


Was liegt also näher, als den Urlaub mit dem Campingwagen in der unberührten Natur zu verbringen, die immerhin für 52% der Deutschen das größte Erholungspotential bietet? Wo dies trotz einiger Restriktionen in Europa immer noch geht, erfahren Sie hier.

Obwohl Campingurlaub Freiheit jenseits von Hotelbuchungen und örtlicher Gebundenheit bedeutet, kann auch mit dem Wohnmobil oder Zelt nicht jeder einfach seinen Schlafplatz uneingeschränkt selbst auswählen. Übernachtungsmöglichkeiten in der freien Natur scheint es theoretisch unendlich viele zu geben, praktisch gibt es auch für Camper fast überall in Europa Restriktionen. Wie diese aussehen und wo Camper ihre Freiheiten dennoch ausnutzen können, soll dieser kleine Überblick verraten.

Skandinavien

Ist mit dem in fast allen Staaten geltenden Jedermannsrecht ein ideales Reisegebiet für Camper. Mit Einschränkungen behält dieses eben Jedermann vor, sein Recht auf das von den Deutschen im Urlaub so herbeigesehnte Naturerlebnis in Anspruch zu nehmen. Werden keine anderen Menschen oder die Natur durch die Inanspruchnahme eines Schlafplatzes in freier Natur beeinträchtigt, wird der häusliche Frieden des Landbesitzers geachtet und findet das Campen nicht in geschützten Gebieten wie Naturschutzparks oder Militärzonen statt, ist freies Campen erlaubt. Konkret heißt das, dass man sich ohne Erlaubnis des Landeigentümers zwar niederlassen, jedoch kein Feuer entzünden und sich nicht in der Sichtweite von Häusern aufhalten darf. Urlauber mit Caravan müssen ebenfalls auf öffentliche Parkplätze an der Straße oder am Strand ausweichen.

Südeuropa

Außer an der Küste ist in Frankreich das freie Campen erlaubt, vorausgesetzt, der Landbesitzer gibt dazu seine Zustimmung. Nicht gecampt werden darf in der Nähe ausgewiesener Sehenswürdigkeiten. Die Umgehung dieser Regeln kann mutige Wildcamper bis zu 1500 Euro Strafe kosten. In Spanien hingegen ist es erlaubt, sein Zelt für mehrere Nächte in der freien Natur aufzustellen und in ausgewiesenen Gebieten mit seinem Auto über Nacht parken.

Polen/ Osteuropa

In Polen ist das Zelten am Wasser sehr beliebt und von Behörden und Anwohnern anscheinend toleriert, denn laut polnischem Fremdenverkehrsamt gibt es seit 20 Jahren keine Beschwerden über Wildcamper. In Estland, Lettland und Litauen ist es ebenfalls erlaubt, im Zelt unter einem Stück freien Himmels seiner Wahl zu campieren. In Rumänien, Russland, Bulgarien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien hingegen ist es weder gestattet, auf Parkplätzen oder Raststätten zu übernachten, geschweige denn auf Privatgrundstücken sein Zelt aufzuschlagen.

Bildquelle: Spiegel Online



von Carolin Küter in   |  11.05.2010
Tags für diesen Artikel: Caravan, Wohnwagen, Wohnmobil, Urlaub, Camping, Zelt, natur, europa, ADAC